Vorprojekt "Historische Naturkunde"

Das heutige Museum Burg Mylau besitzt eine umfangreiche und in der Region nahezu einmalige Historische Naturkundesammlung. Auf diese Sammlung wird zwar immer wieder bei der regionalen oder auch überregionalen Bedeutung des Museums Burg Mylau verwiesen, eine fachkundige museologische Arbeitsweise mit und für die Sammlung hat jedoch nicht daraus resultiert.

Mit der Schaffung des gemeinsamen Zentraldepots für die Museen in Mylau und Reichenbach konnte zumindest für die insgesamt sehr heterogene Sammlung des Museums Burg Mylau ein zukünftiger Standort gefunden werden. Davon ausgenommen bleibt die Historische Naturkundesammlung, welche bislang unter vollkommen unfachlichen Bedingungen auf den Dachböden der Burg lagert. 

Der Erschließungsgrad der Sammlung im Hinblick auf Inventarisierung und Katalogisierung ist nur als rudimentär zu bezeichnen. Auch die im Jahre 2012 erstellte Begutachtung durch Dr. Thilo Habel bleibt im unklaren Schätzbereich. Zwar waren für das Jahr 2018/19 bereits umfassendere Arbeiten geplant, auf Grund der beginnenden Zusammenarbeit mit der Stadt Reichenbach an einer gemeinsamen Museumskonzeption wurden diese jedoch zurückgestellt. 

Trotzdem sollen im Jahr 2019 zumindest an der Sammlung erste Vorarbeiten für die Planung eines Schaudepots auf der Burg Mylau erfolgen. Grundsätzlich wurde die Entscheidung getroffen, die Historische Naturkundesammlung im Rahmen eines thematischen Schaudepots auf der Burg Mylau zu präsentieren. Eine Einlagerung im Zentraldepot in Reichenbach ist auf nicht absehbare Zeit unmöglich und würde auch ein „Verschwinden“ der Sammlung aus der öffentlichen Wahrnehmung bedeuten. Die vor Jahren angedachte Zusammenlegung mit der Zwickauer Naturkundesammlung wurde durch die Abgabe derselben an die Senckenberg-Gesellschaft unmöglich. Aus diesen Gründen sowie auch aus Wertschätzung für die gesamte Sammlungsgeschichte des Museums Burg Mylau wurde 2018 nach intensiven Diskussionen und Abwägungen sich grundsätzlich für die Einrichtung eines thematischen Schaudepots auf der Burg Mylau entschieden. Aktuell noch vollkommen offen ist die räumliche Gestaltung, welche erst in der weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit mit der Stadt Reichenbach entschieden werden kann und muss. 

Um jedoch erste Schritte für die Historische Naturkundesammlung zu ermöglichen, ist in 2019 eine Art Vorprojekt zur genaueren Planung des Schaudepots geplant. Dabei sollen aus allen Objekt/Materialgruppen der Sammlung Probebearbeitungen vorgenommen werden, um den Zeit- und Materialaufwand für die gesamte Sammlung kalkulieren zu können und den notwendigen Platzbedarf für die Raumplanung des thematischen Schaudepots zu ermitteln. 

Dieses Vorprojekt soll sich auf die Objekt/Materialgruppen Insekten (5 Kästen), Säugetiere (20 Objekte), Vögel (20 Objekte), Vogeleier (20 Objekte), Geweihe, Gehörne, Panzer (10 Objekte), Flüssigkeitspräparate (10 Objekte), Fische (10 Objekte), Reptilien (10 Objekte), Conchilien (10 Objekte) und die Schädelsammlung (10 Objekte) beziehen.

 

Folgende Schritte sing geplant: 

Dokumentarische Aufarbeitung/museologische Bearbeitung

 

  • Sichtung der Sammlung, inklusive vorhandener Dokumentationsmedien (händischer Katalog, Altinventare der Naturkundevereine)
  • Anfertigung von mind. zwei Arbeitsfotos pro Objekt
  • Anlegen eines Datensatzes pro Objekt in der Museumsdatenbank Adlib im Sinne einer Basiskatalogisierung Mindesterfassung pro Objekt: Objektbezeichnung, Objekttitel (ggf. Nachbestimmung), Maße, Standort, Einbindung der Objektfotografien
  • Zusammenführung der vorhandenen Informationen zu den Einzelobjekten in der Datenbank Adlib
  • Präsentation ausgewählter Objekte über das Online-Portal Museum digital

 Konservatorische Bearbeitung

 

  • Befreiung der Objekte von oberflächlichem Schmutz und nicht zum Objekt gehörenden Gegenständen
  • Adäquate Verpackung und Lagerung der Objekte im Schuleum
  • Anlegen eines Standortverzeichnises 

Verschriftlichte Planung bzw. des weiteren Vorgehens zur Gesamtbearbeitung

 

 

Da aktuell die Raumsituation außer dem grundsätzlichen Standort “Burg Mylau“ noch vollkommen offen ist, wird für die (vorläufige) Einlagerung der bearbeiteten Objekte ein adäquater Raum in der Unteren Burg zur Verfügung gestellt (ehemalige Stadtbibliothek, aktuelle Nutzung als Schuleum).

Mit dem Naturkundemuseum in Chemnitz wurde für das gesamte Projekt, aber insbesondere auch für das Vorprojekt, ein kompetenter Partner gefunden. Besonders in Bezug auf die konservatorischen Arbeiten und die anstehenden Depotplanungen ist diese Kooperation von besonderem Wert.

 

Das Projekt wird durch den Kulturraum Vogtland Zwickau vollständig gefördert.

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