Ansicht der Wollkämmerei (Mylau im Vorgtland)

Anstelle der Fabrik seines Großvaters ließ Georgie eine Wollkämmerei erbauen, denn die Lage an der Göltzsch begünstigte die Wollwäscherei. So wurde im Laufe des Jahres 1882 ein heller Klinkerbau errichtet.

Als Tochterfirma des Bankhauses Brückner führte der Betrieb die Bezeichnung "Mylauer Wollkämmerei Georgie & Co."

1887 standen im Gebäude 53 Kammstühle, die täglich 3000 Kilo Kammzug lieferten. Der Betrieb war eine vollständige Kämmerei mit Sortierung, Wäscherei, Krempelei und Kämmerei. Die Rohwolle wurde aus Deutschland, Frankreich, Australien, Südamerika und Südafrika bezogen. Als eine von fünf Lohnkämmereien in Deutschland belieferte sie im Raum Reichenbach-Mylau-Netzschkau allein zwölf Kammgarnspinnereien.

Unter der Geschäftsführung von Paul Georgie, Sohn des Leipziger Oberbürgermeisters Dr. Otto Georgie, erfolgte 1904 die Umwandlung der Firma in eine GmbH. Nach der Enteignung der Familie Georgie-Telge 1952 wurde die Mylauer Wollkämmerei als Betrieb des VEB Leipziger Wollkämmerei weitergeführt.

Mitte der 50er Jahre erfolgte jedoch die Demontage sämtlicher Maschinen, die nach Leipzig gebracht wurden. An ihre Stelle traten Spinnmaschinen für Kurzgarne. Der Betrieb wurde Betriebsteil des VEB Zwickauer Kammgarnspinnereien.

Nach der Wende erfolgte erneut eine Demontage der Maschinen. Mit der Einführung der D-Mark in der DDR kam der Betrieb zum Erliegen.

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